Die Verbreitung von Viren bzw. Malware nimmt stetig zu. Immer mehr Schadprogramme sind im Umlauf und immer öfter schlagen die Virenscanner keinen Alarm. 100%ig vermeiden lassen sich Viren eigentlich nur dann, wenn man keinen Computer besitzt.

Was sind Viren bzw. Malware?

Der Begriff Virus hat sich in der Computerwelt als Überbegriff für alle schädlichen Programme durchgesetzt. Tatsächlich gibt es unzälige Arten von Schadsoftware, deren Bezeichnungen auch der Profi nicht in jedem Fall auseinanderhalten kann. Man spricht dabei von Malware, also schädlicher Software. Die Aussage "Mein Computer hat einen Virus"

Wie funktioniert Malware?

Es gibt unzählige Varianten, wie Malware auf einem Computer (dazu gehören auch Mobiltelefone, Notebooks, Tablets und dergleichen) Schaden anrichten können. Malware sind Programme, welche auf einem Computer ausgeführt werden, jedoch keine gute Absicht dahinter steckt. Damit ein Virus sich überhaupt auf einem Computer ausbreiten und sein Werk verrichten kann, muss er zuerst mal den Weg auf das Gerät finden und anschliessend braucht es irgend eine Aktion, welche dazu führt, dass er ausgeführt wird

Nehmen wir an, es gibt einen Virus mit dem Namen "DiskKiller". Er besteht aus einer einzigen Programmdatei mit dem Namen "DiskKiller.exe". So lange die Datei DiskKiller.exe lediglich irgendwo auf einer Fesplatte oder einem USB-Stick gespeichert ist, passiert nichts. Sogar wenn man die Datei von A nach B kopiert passiert nichts. Auch ein normales Versenden der Datei mittels E-Mail wird den Virus nicht zum Leben erwecken. Wieso nicht? Bei der Datei "DiskKiller.exe" handelt es sich um ein Programm, das zuerst gestartet werden muss. Solange niemand das Programm startet, passiert nichts. Als Vergleich nehmen wir ein Auto. Das ist die Datei "DiskKiller.exe". Solange das Auto auf dem Parkplatz steht und niemand den Zündschlüssel dreht, passiert nichts. Erst wenn irgend jemand oder irgend etwas den Motor zum Laufen bringt, beginnt der Prozess der Fortbewegung. Ist dies einmal Fall, kann die Fahrt beginnen

Wie findet Malware den Weg auf meinen Computer?

Wie oben bereits erwähnt, muss irgend etwas den "Virus in Gang" setzen, bevor er sein Schadwerk vollbringen kann. Dafür muss, in unserem Fall die Datei "DiskKiller.exe" mal den Weg auf einen Computer bzw. ein Gerät finden, auf dem sie ausgeführt werden kann. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

- Zustellung über E-Mail

- Heruntergeladen vom Internet

- Kopiert von einem USB-Stick

- Kopiert von einer CD / DVD

- Erhalten über das Netzwerk

Dies sind nur einige von vielen Varianten, wie die Datei "DiskKiller.exe" den Weg auf ein System findet. Im Normalfall wird sie aber nicht so heissen, da dies ja ziemlich schnell verrarten würde, um was es sich handelt. Nennen wir die Datei nun einfach mal "Gluecksbringer.exe". Klingt doch viel harmloser als "DiskKiller.exe" oder? Egal wie die Datei nun heisst, es ist nach wie vor ein schädliches Programm oder mindestens eine böse Absicht dahinter

Kann ich verhindern, dass Malware den Weg auf meinen Computer findet?

Bis zu einem gewissen Grad kann man das sogar sehr gut und einfach bewältigen:

- Sollte man eine E-Mail mit Anhang erhalten, so ist diese E-Mail zuerst zu prüfen. Ist der Absender bekannt oder nicht. Unbekannter Absender = Anhang auf keinen Fall öffnen, Mail löschen. Bekannter Absender = Anhang noch nicht öffnen, sondern zuerst Mail lesen. Es kann nämlich sein, dass die E-Mail von einem Kollegen, Bekanntetn, Kunden usw. stammt, dessen Computer einen Virus eingefangen hat und nun ganz fleissig E-Mails an alle Kontakte aus dem Adressbuch versendet werden. In diesem Fall ist der Absender zwar bekannt, aber die angehängte Datei ein Schadprogramm. Meistens verraten sich solche Mails schon, weil der Text in English oder in Deutsch aber mit unzähligen Schreibfehlern gespickt ist. Bevor man den Anhang eines solchen Mails zu öffnen versucht, ruft man am besten die Gegenstelle an und lässt sich versichern, dass es sich um eine bewusst versendete Datei handelt

- E-Mails müssen nicht zwingend einen Anhang aufweisen. Es reicht auch, wenn sich im Mail ein Link befindet, der angeklickt werden kann. Links in E-Mails können wiederum auf Webseiten zeigen, welche Viren verbreiten. Am Besten auch hier nachfragen, sollte man nicht wissen, um was für einen Link es sich handelt

- Dateien von einem USB-Stick oder sonst einem externen Datenträger, sollten vor der Ausführung auf dem Computer unbedingt mit einem aktuellen Virenscanner überprüft werden

- Die Funktion für das automatische Auführen eines Programms von CD oder DVD sollte abgeschaltet werden

- Misstrauen ist eines der besten Mittel um Malware zu verhindern

- Den Computer regelmässig auf den neusten Stand bringen (Updates). Programme wie Java JRE und Flash-Player unbedingt nach der Meldung für ein verfügbares Update auch gleich akutalisieren, sofern möglich

Keine Datei erhalten = Kein Virus?

Schadsoftware ist sehr ausgeklügelt. Es reicht schon, wenn man eine "verseuchte Webseite" aufruft und der Virenscanner nicht anschlägt. In vielen Fällen ist es gar nicht mehr so einfach festzustellen, woher eigentlich ein Virus gekommen ist. Ein aktueller Virenscannr mit integriertem Browserschutz ist daher wichtig.

Virenscanner installiert und aktuell = Kein Virus möglich?

Einen 100%igen Schutz vor Viren gibt es leider im Moment nicht. Genau so wenig wie es ein 100% sicheres Gebäude gibt. Nur deshalb gleich auf alle Schlösser und Sicherheitsmassnahmen zu verzichten wäre auch keine Lösung. Es ist daher auf jeden Fall ratsam, einen Virenscanner einzusetzen

Mein Computer hat einen Virus - Was nun?

Computer ABSCHALTEN! und zwar sofort. Nötigenfalls den Strom-Stecker entfernen. Auch wenn das eine "Holzhacker-Methode" darstellt, so wird ab sofort verhindert, dass Virus weiteren Schaden anrichten kann.

Damit ein Schadprogramm weiter ausgeführt werden kann, muss der Computer laufen. Ist dies nicht der Fall, so wird auch das Programm in der Ausführung vorerst mal gestoppt. Dies veschafft uns nun Zeit, das weitere Vorgehen zu überdenken. Wer sich mit Viren und dessen Bekämpfung nicht auskennt, der richtet oftmals noch mehr Schaden an, wenn er ohne Hilfe versucht selbst Herr der Lage zu werden (oder auch Frau der Lage)

Sofern man über keine Kenntnisse in Bezug auf das Probem verfügt, sollte man sich an einen Computerfachmann wenden. Oftmals lassen sich Viren von einem System entfernen, ohne dass dabei irgend welche Daten verloren gehen. Idealerweise verfügt man über eine aktuelle Datensicherung, mit welcher der Computer wiederhergestellt werden kann. Dafür muss man natürlich vorher auch wirklich Sicherungen gemacht haben.

Was passiert, wenn ich meinen Computer bzw. mein Gerät nicht abschalte, obwohl ich einen Virus drauf habe?

Viele Viren verbreiten sich über E-Mails weiter. Es kann also sein, dass der Virus sich unzählige Male selbst an alle Adressen im Adressbuch des Mailprogramms versendet. Die Empfänger werden sich über das "Geschenk" nicht sonderlich freuen und unter Umständen in wenigen Minuten vor dem selben Problem stehen, einen Virus entfernen zu müssen. Weiter kann es sein, dass der Virus so viele Mails versendet, dass man vom Internet-Provider gesperrt wird. Auch eine Weiterverbreitung des Virus im Netzwerk und der Befall weiterer Computer ist nicht auszuschliessen. Schliesslich kann es sein, dass der Schaden am eigenen Computer unaufhörlich wächst, weil dem Virus niemand einen Riegel vorschiebt.

Wie kriegt denn der Computerfachmann den Virus weg - Er muss doch den PC auch einschalten? 

Der Computerfachmann, wie übrigens auch der ganz normale Anwender kann folgendes tun:

- Festplatte des Computers ausbauen und mit einem anderen System testen bzw. den Virus entfernen

- Den verseuchten Rechner mit einem Rettungssystem starten. Hier gibt es von vielen Antivirus-Herstellern Sticks und CD/DVD's, welche den PC mit einem speziellen Betriebssystem starten und nach Viren suchen. Eigentlich ähnlich, wie wenn man die Festplatte ausbaut und auf einem anderen Rechner auf Viren prüft

- Den Computer in einem abgesicherten Modus starten und so versuchen den Virus zu entfernen

- Falls vorhanden den PC mittels einer Sicherungskopie (natürlich ohne Virus) wiederherstellen

- Den Computer komplett neu installieren