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3D-Druck – Anfahren des Druckers

Warum die erste Schicht einfach stimmen muss

Vor einigen Tagen habe ich einen Beitrag zum Thema “Ausrichten des Druckbetts” in meinem Blog veröffentlicht. Anhand der Besucherzahlen sehe ich, dass solche Beiträge durchaus gelesen werden. Vor allem der Beitrag bezüglich der Druckbetthaftung wurde unterdessen schon über 3500 Mal angeklickt. In diesem Beitrag möchte ich kurz ein paar Worte zum Thema “Anfahren des Druckers” verlieren.

SD-Karte einsetzen, Print from SD-Card bzw. Druck-Datei wählen und warten bis der Drucker loslegt. So wäre das zumindest beim Creality CR-10 gedacht und das dürfte sich bei anderen Druckern nicht gross unterscheiden. Unterdessen habe ich schon den einen oder anderen Druck in den Sand gesetzt. Eigentlich kann ich an dieser Stelle sagen, dass Fehldrucke fast ausschliesslich mein eigener Fehler waren. In diesem Beitrag möchte ich auf den Beginn des Drucks, also die allererste Schicht, die gedruckt werden soll, eingehen. Warum? Diese Schicht hat es in sich und ist ganz einfach das Fundament des fertigen Teils.

Der Reihe nach

Wenn ich ein Teil drucken möchte, dann mache ich das üblicherweise so, dass ich die G-CODE-Datei auf die SD-Karte übertrage, die Karte in den Drucker einlege, den Drucker einschalte, die zu druckende Datei auswähle und den Druck starte. Da ich nur mit vorgeheiztem Druckbett drucke, dauert es so etwa 15 Minuten, bis das Bett auf 60 Grad und der Druckkopf aufgeheizt ist. Stimmen dann die Temperaturen, dann legt der Drucker von selbst los. Der Drucker fährt erstmal in die Null-Position – Das heisst, der Druckkopf befindet sich vorne links über dem Druckbett und das Druckbett selbst ist ganz hinten – und nun fährt der Druckkopf zur Anfangsposition des zu druckenden Teils. Genau in diesem Moment kann so einiges schief gehen. Warum? Wie es bei anderen Druckern ist, kann ich zwar nicht beurteilen, aber der CR-10 verliert beim Aufheizen des Druckkopfs bereits etwas Filament. Das heisst, das heisse Filament dehnt sich aus und läuft gemächlich aus der Düse heraus. Sobald der Druckkopf sich dann zur Null-Position und schliesslich zur Start-Position begibt, läuft noch mehr Filament nach. Das ist keine grosse Menge. Dieses Überbleibsel bleibt dann meistens auf dem Druckbett gleich nach dem Beginn des Drucks hängen. Der Drucker beginnt nun damit, die Druckplattenhaftung zu drucken und dreht somit gemütlich seine Runden. Bereits nach der Ersten Runde kommt er dann möglicherweise mit diesem kleinen Bisschen Filament, das da noch irgendwo im Weg liegt, in Konflikt. Das kann soweit führen, dass der Druck bereits hier zu scheitern beginnt, weil dieser Fremdkörper nun vom Druckkopf mitgeschleift wird. Seit mir der eine oder andere Druck wegen diesem Verhalten in die Hose ging, bin ich beim “Anfahren” immer dabei. Kurz bevor der Druckkopf zum Start ansetzt, putze ich diesen noch rasch mit einem Lappen ab. Läuft der Druck dann, stelle ich sicher, dass sich kein Filament mehr im Druckweg befindet. Das ist manchmal gar nicht so einfach, da der Druckkopf ziemlich schnell mal an dieser Stelle ankommt. Mit etwas Geschick kriegt man das dann aber gut in den Griff.

Die ersten Runden

Bereits beim Drucken der Druckhaftung erkennt man schnell, ob der Druck gelingt oder nicht. Ist das Bett zu tief, dann erreicht das Filament das Bett nicht bzw. kühlt schon beim Auftragen so schnell ab, dass nichts hält. Das ergibt dann so eine Art Wollknäuel, den der Druckkopf hinter sich her zieht und irgendwann blockiert.
Ebenfalls nicht gut ist es, wenn man zwischen den Druckbahnen eine ganz geringe Lücke sieht. Das deutet ebenfalls darauf hin, dass der Abstand zum Druckbett nach wie vor zu gross ist. Solche Drucke kann man gleich wieder abbrechen und das Bett neu ausrichten.
Natürlich gibt es auch das Gegenteil von zu weit weg. Spätestens wenn der Druckkopf auf dem Druckbett aufschlägt, ist der Abstand zu gering. In diesem Fall ist der Druck sofort abzubrechen bzw. der Drucker nötigenfalls sofort abzuschalten. Der Druckkopf oder auch das Druckbett inkl. den Schrittmotoren könnte dann arg beschädigt werden. Auch hier ist ein Ausrichten des Druckbetts unumgänglich.

Ich hänge an diesen Bericht noch ein Video an, in dem man relativ gut erkennt, wie ein sauberer “Andruck” in etwa aussehen sollte.

 Sauberes Druckbett

Ein sauberes Druckbett ist für den 3D-Druck unabdingbar. Ich reinige das Druckbett vor jedem Druck mit einem sauberen Tuch und achte auch darauf, dass ich das Bett nicht mit den Fingern berühre. Fett auf dem Druckbett ist wenig hilfreich. Im Baumarkt kriegt man für ein paar Franken weisse Baumwollhandschuhe. Diese eignen sich für das Hantieren am Drucker sehr gut und verhindern, dass man seine Fingerabdrücke überall hinterlässt.

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