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Fitbit Charge 2, Fitbit Ionic, Garmin Fenix 5x – Top’s und Flop’s

Vor einigen Jahren bekam ich von irgendwo her einen Schrittzähler für den Gürtel geschenkt. Das Teil funktionierte damals noch mit einer kleinen Kugel im Innern, die sich bei jedem Schritt bewegt und somit die Schrittzählung ausgelöst hat. Für meine Begriffe war das Ding eher unbrauchbar, aber damals bereits weit verbreitet. Der Wunsch, meine täglichen Schritte zu zählen war dann doch nicht so gross, dass ich das Gerät länger als zwei Tage getragen habe.

Der nächste Schrittzähler war dann als App auf meinem neuen Smartphone von Samsung. Das klappte aber leider nur dann, wenn ich das Gerät auch immer bei mir getragen habe. Bei mir liegt das Smartphone aber sehr oft irgendwo rum und daher ist das Zählen der Schritte mit dem Smartphone extrem ungenau und somit genauso wenig brauchbar wie der oben erwähnte Zähler am Gürtel. Mein Wunsch war ein Fitness-Tracker mit Schrittzähler und kontinuierlicher Pulsmessung.

Das erste Gerät, welches diese Wünsche dann auch erfüllt hat, war die Fitbit Charge 2.

Fitbit Charge 2

 

Die Charge 2 ist ein typischer Fitness-Tracker. Geht also nicht unter Smart-Watch. Zumindest für mich nicht. Wer einen zuverlässigen Tracker mit Pulsmessung sucht, der ist mit diesem Tracker wirklich gut bedient. Das Teil ist sehr leicht, sieht elegant aus und hält auch einige Zeit ohne Steckdose durch. Allerdings muss ich auch betonen, dass Fitbit scheinbar mit Bluetooth, Synschronisation und Nachrichten eines Smartphones ziemlich auf Kriegsfuss steht. Der Tracker könnte nämlich ankommende Anrufe und Messages von Whatsapp und dergleichen signalisieren. Könnte… tut er aber nicht, nicht immer oder nur hin und wieder. Bei mir funktionierte die Signalisation eines Telefonanrufes nur etwa zwei Tage lang richtig. Von diesem Zeitpunkt an meldete sich der Tracker meistens erst dann, wenn der Anrufer schon wieder aufgelegt hatte. Trotz allen erdenklichen Optimierungsmöglichkeiten habe ich dieses Problem nie in den Griff gekriegt. Genauso Mühe bereitet Fitbit die Herstellung von robusten Armbändern. Dabei ist es völlig egal, ob es die Original- oder Ersatzbänder sind. Die Silikonbänder eignen sich vom Verschleiss her wohl eher dann, wenn der Tracker von einer Schaufensterpuppe getragen wird und damit sichergestellt ist, dass sich die Uhr nie bewegt. Sorry Leute, das geht gar nicht. Wenn man Sport macht mit so einem Teil, dann erwartet man auch, dass das Ding etwas aushält.

Die Synchronisation der Uhr mit dem Smartphone geschieht mit einer optisch und inhaltlich wirklich gelungenen App von Fitbit. Das meine ich absolut ernst, denn was die App angeht, ist in meinen Augen Fitbit unerreicht. Mit der App steht und fällt irgendwie auch der Spass am Fitness-Tracking. Allerdings müht sich die App doch schon sehr ab, wenn der Tracker mal zwei oder dreit Tage nicht synchronisiert wurde. In diesem Fall kann es vorkommen, dass die Synchronisation der Daten zur echten Geduldsprobe wird.

Man könnte jetzt natürlich meinen, dass ich von der Charge 2 wenig begeistert bin. Das stimmt so aber in keiner Weise. Im Gegenteil, das Ding ist leicht, handlich und liefert aus meiner Sicht sehr interessante Daten. Auch die Genauigkeit scheint mir durchaus im grünen Bereich. Für Handwerker dürfte das Gerät aber wenig geeignet sein, da es halt einfach nicht sonderlich viel aushält. Wasserdicht ist der Tracker z.B. nicht und bei mir sah die Glas-Oberfläche schon nach zwei Wochen ziemlich schlecht aus. Mal kurz irgendwo an einer harten Oberfläche entlang geschrammt und die Uhr hatte den ersten üblen Kratzer abbekommen.

Nach etwa einem Jahr Fitbit Charge 2 kam bei mir der Wunsch auf, das Gerät durch eines zu ersetzen, das etwas mehr auf dem Kasten hat. GPS wäre cool und die eine oder andere App. Da ich mit den Geräten von Apple so gar nichts anfangen kann, schränkte dies die Auswahl bereits etwas ein. Alles in Allem war ich mit der Charge 2 recht zufrieden und so entschied ich mich nach langem hin und her für die Fitbit Ionic.

Fitbit Ionic

 

Eigentlich wäre das in Sachen Funktionen, Design und der verfügbaren Apps eine durchaus gute Wahl gewesen. Wäre….

Ganz ehrlich, das Gerät hat mich perönlich richtiggehend enttäuscht. Liebe Firma Fitbit, Ihr habt in meinen Augen sowas von versagt und somit auch einen Kunden verloren. Wie kann man nur dermanssen billieren bei der Kür und versagen bei der Pflicht. Schämt Euch und das in Grund und Boden. Allein die Inbetriebnahme der Smartwatch hat mich einen Tag gekostet und dann lief sie noch immer nicht. Zufällig waren an diesem Tag gerade die Server von Fitbit down und ohne diese Server geht leider gar nichts. Allein schon die Installation des Betriebssystems dieser Uhr kostet jedes Mal Unmengen von Zeit und daran ändert auch die Verbindung zum WLAN herzlich wenig. Die Auswahl der Apps ist ziemlich überschaubar und wenn man das GPS einschaltet, dann kann man dem Akku förmlich zuschauen, wie er leer wird.

Ob man es glaubt oder nicht, aber all die Widrigkeiten hätten mich trotz allem noch Fitbit-Kunde bleiben lassen, aber das Teil konnte, wie schon die Charge 2, keine Nachrichten vom Smartphone zuverlässig synchronsieren. Auch hier kamen die Infos mit einer sehr grossen Verzögerung oder dann gar nicht. Auch die Synchronisation der Daten klappte keinen Deut besser. Wer jetzt glaubt, dass das an meinen Smartphone hätte liegen können, dem sei gesagt, dass das Teil auch an einem anderen Smartphone, das ganz offiziell von Fitibit unterstützt wir, nicht funktioniert hat.

Schade. Die Smartwatch hätte die vielleicht beste auf dem Markt werden können. So ist sie einfach nur Schrott. Sie glauben mir nicht? Ich habe versucht die Smartwatch, welche ich zu einem Preis von rund 350 CHF erstanden habe, für 220 CHF nach einem Monat zu verkaufen. Niemand, aber auch wirklch absolut niemand ist bereit für diese Uhr den Preis zu bezahlen. Bei Ricardo habe ich Geräte gesehen, die auch für 180 CHF nicht weg gegangen sind.

Gibt es demnach wirklich nichts Gutes über die Ionic zu berichten? Doch! Sollte die Firma Fitbit sich irgendwann mal um eine anständige Software bemühen und ihre Server-Probleme in den Griff bekommen, dann könnte das Teil durchaus seinen berechtigten Platz in der Welt der Smart-Watches einnehmen. Allein schon die Tatsache, dass das Gerät über einen kleinen Touchscreen verfügt, macht es sehr interessant. So lange Fitbit aber in Sachen Grundfunktionen nichts unternimmt, dürfte die Smartwatch einfach nur eine smarte Idee bleiben. Meine Meinung.

Wenn ich mir unterdessen etwas nicht mehr antue, dann ist es mich mit Schrott herumzuschlagen. So wanderte die Ionic halt kurzerhand in die Schublade und ich hielt Ausschau nach einem anderen Gerät. Gefunden habe ich die Garmin Fenix 5x:

Garmin Fenix 5x

 

Okay zugegeben, die Smartwatch ist riesig. Es braucht einige Zeit, bis man sich an das Teil gewöhnt hat. Einen Touchscreen sucht man hier vergeblich, aber damit sind für mich die Nachteile auch schon aufgezählt. Ein Anderer würde hier vielleicht noch den stolzen Preis von 650 CHF anfügen, aber das ist für mich nicht relevant. Lieber mehr ausgeben und dafür erfüllt das Gerät auch den zugedachten Zweck als die Hälfte zahlen und dafür doch nicht das erhalten, was man sich erhofft hat.

Was kann der Fenix 5x? Das Gerät kommt mit Pulsmesser, GPS und Kompass daher. Die Inbetriebnahme dauert zwar auch einige Zeit, die Fluchwörter kann man aber getrost weglassen. Es dauert einige Zeit, weil die Software sehr gross ist und die Aktualisierungen der eingebauten Karten usw. halt ihre Zeit benötigen. Alle Aktualisierungen sind mit Garmin Express einfach auszuführen. Es muss lediglich darauf geachtet werden, dass man die neuste Version von Garmin Express installiert. Unterlässt man das, kann es sein, dass die Aktualisierung nicht gestartet werden kann bzw. man eine Fehlermeldung erhält, die das Problem nicht da vermuten lässt, wo es sich wirklich befindet.

An die Grösse und Bedienung der Smartwatch habe ich mich schnell gewöhnt. Zugegeben, am Anfang müht man sich mit den Knöpfen und Menus ein wenig ab. Hat man aber die Logik mal erfasst, geht das sehr einfach. Wenn man sich die Fenix 5x gönnt, erhält man eine äusserst robuste und wasserdichte Smartwatch. Wasserdicht heisst aber nicht, dass das Gerät auch mit grossen Verschmutzungen gut klar kommt. Es sammelt ich an der Unterseite in der Ladebuchse auch gern mal Schmutz an.

Die Fenix 5x macht schon rein optisch einiges her. Allerdings ist sie auch ohne das optionale Stahl-Armband ziemlich schwer. Da ich meine Smartwatch auch nachts trage, hat es zwei, drei Tage gedauert, bis ich mich von der Fitbit Charge 2 auf das erheblich grössere Format umgestellt habe.

Es wäre falsch, jetzt hier bereits die Garmin Fenix 5x grossartig zu loben, wenn ich vorher die Fitbit Ionic in den Boden gestampft habe. Ich lasse mir hier jetzt erstmal ein Jahr Zeit, bevor ich ein Urteil fälle. Aber bisher sind ein paar Dinge klar aufgefallen:

– Der Akku hält im Normalbetrieb (ohne GPS) sehr gut 5 Tage und mehr

– Die Schrittzählung funktioniert in meinen Augen etwa gleich gut wie bei Fitbit

– Die Auswertung des Schlafes ist meiner Meinung nach bei Fitbit besser, reicht aber aus

– Die Auswahl der Apps ist sehr gross und die meisten Apps sind erst noch kostenlos

– Die Uhren-Anzeigen (Watch-Faces) sind umfangreich und können auf Knopfdruck geladen werden

– Das Silikon-Armband gibt auch hier bereits nach 3 Monaten langsam den Geist auf

– Die Benachrichtigungen von Whatsapp und allen sonstigen Apps funktioniert einwandfrei. Eine Ausnahme bildet hier die SMS-App. Die funktioniert nicht

– Das Fitbit-Portal ist in meinen Augen erheblich freundlicher gestaltet als die App von Garmin. Die App von Garmin ist in schwarz gehalten und erinnert mich irgendwie an die Seite eines Bestattungsinstitutes

– Die Garmin-App kommt mit einer vergrösserten Bildschirm-Darstellung am Handy nicht klar. Da ich Augen habe wie ein Maulwurf, bin ich aber leider auf diese vergrösserte Darstellung angewiesen

Falls jemand jetzt denkt, dass ich mit diesem Post irgendwie Fitbit schlecht machen möchte, muss ich das korrigieren. Ich habe verschiedene Tracker / Smartwatches getestet und einfach für mich eine Entscheidung gefällt. Könnte ich wählen, dann würde meine Smatwatch eine Mischung aus Fitbit Ionic und Garmin Fenix 5x sein. Beide Hersteller haben noch viel Potential und ich bin jederzeit gern bereit wieder einen neuen Test zu starten. Das Ergebnis wird dann sicher wieder hier zu finden sein 🙂

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