HTC Vive und TPCast – HDCP Probleme

Mitunter ist TPCast in die Jahre gekommen und es treten auch mal neue Probleme und Lösungen auf

In diesem Beitrag möchte ich wieder mal ein paar Erfahrungen mit dem unterdessen in die Jahre gekommenen TPCast-Wireless-Set in Verbindung mit HTC Vive teilen. Als TPCast endlich auf dem Markt erschienen ist, war das Erlebnis der kabellosen Übertragung zwar wirklich beeindruckend, aber so wirklich fertig wurde die Ausrüstung bzw. deren Software nie gemacht. Das Mikrofon und die Kamera haben nach dem Anschluss an das Wireless-Set nicht mehr funktioniert und die Entwickler haben auch keine Anstalten gemacht, das zu ändern. Nun gut, damit konnte ich leben. Für das Mikrofon hatte ich damals eine Lösung gefunden und diese auch in einem Beitrag hier veröffentlicht.

Im Laufe der Zeit traten aber immer mal wieder ein paar andre Probleme auf, welche gegen Ende April 2021 dann so gross wurden, dass ich mich wieder mal erneut mit der Vive und dem Wireless-Set auseinandersetzen musste.

Als langjähriger Spieler von Rec Room kann ich ein Lied davon singen, was in Sachen Technik so alles versagen kann. Einige Probleme sind aber nicht etwa auf die Ausrüstung (PC, Vive oder TPCast) zurückzuführen, sondern ganz einfach auf die massiven Fehler, welche die Programmierer von Rec Room bei den Updates einbauen bzw. eingebaut haben.

Nun, egal, hier soll es mal um ein paar Fehler gehen, welche im Laufe der Zeit aufgetreten sind und ich teilweise eine Lösung gefunden habe oder zumindest zeigen möchte, wie ich vorgegangen bin um den Fehler zu finden.

Problem: Bildschirm wird hellgrau

Ich fange mal an mit dem Problem, dass während Grafikintensiven Handlungen der Bildschirm bzw. die Ansicht in der VR-Brille “hellgrau” wurde. Also kein Bild mehr, sondern einfach ein hellgraues Bild ohne sonst was. Dieser Effekt ist bei mir immer mal wieder aufgetreten, war aber in den wenigsten Fällen von Dauer. Meistens dauerte dieser Zustand nur ein paar Sekunden. Es kam aber auch vor, dass ich schlicht weg den PC neu starten musste.

Lösung oder Lösungsansatz: Dieser Fehler deutet darauf hin, dass keine Daten vom PC Transmitter zur Brille übertragen werden. Hier hat es sich bei mir bewährt, den Transmitter mal wieder exakt auf die Mitte des Spielfeldes auszurichten. Der Transmitter befindet sich dabei bei mir an einem Stativ direkt neben oder ein wenig unter einer Baisstation.

Problem: Update des Headsets schlägt fehl / PowerBox keine Verbindung zum WLAN (Error 802)

Es kommt hin und wieder vor, dass Steam VR meldet, dass es Updates für die Controller oder das Headset gibt. Die Controller schliesst man dafür über das USB-Kabel, welches auch zum Laden verwendet wird, an den PC an und löst das Update aus. Das ist kein Ding. Beim Headset sieht es anders aus. Das Ding bekommt seine Updates direkt, da es schon über USB mit dem PC verbunden ist. Nur, bei der Verwendung von TPCast kann die USB-Verbindung hin und wieder Ärger machen.

Das USB-Problem ist der Hauptgrund für diesen Artikel. Ich muss jetzt aber etwas ausholen um das Problem näher zu erklären.

Normalerweise wird das Vive-Headset über drei Kabel mit dem PC bzw. der Stromversorgung verbunden. Die Reihenfolge ist hierbei wie folgt: Vom PC läuft ein USB- und ein HDMI-Kabel zu einem kleinen Kasten, der so genannten Linkbox. Diese Linkbox hat noch einen weiteren Anschluss und der ist für die Stromversorgung. Von der Linkbox aus gehen wiederum drei Kabel zum Headset. Es sind eigentlich dieselben Kabel. Einmal USB, einmal HDMI und einmal Stromversorgung für die VR-Brille und alles was da noch so Strom benötigt. Ersetzt man nun diese Kabelverbindung durch den TPCast-Wireless-Adapter, dann bleiben die drei Kabel vom PC zur Linkbox erhalten. Das HDMI-Kabel, das ehemals von der Linkbox zum Headset ging, geht nun zum PC Transmitter. Der Wiederum sendet die Bilddaten vom HDMI-Port über Funk an den HMD Receiver also das Teil von TPCast, das am Headset über dem Kopf montiert wird. Das USB-Kabel, das ursprünglich von der Linkbox zum Headset ging, wird nicht mehr benutzt und hängt einfach beim Transmitter frei rum.

Jetzt würde natürlich damit die USB-Verbindung fehlen. Für diesem Umstand wurde bei TPCast ein WLAN-Router mitgeliefert, der immer mal wieder für Probleme sorgt. Der Router wird über ein Netzwerkkabel mit dem PC verbunden und auf dem WAN-Port des Routers das Kabel für den Internetzugang eingesteckt. Das bedeutet, dass der PC nun ein “eigenes LAN” am Router erhält. Das ist aber nur ein Nebeneffekt. Tatsächlich wird der Router für die Übertragung der USB-Daten oder zumindest einen Teil davon, gebraucht. Richtet man nämlich den Router ein, muss man ihm erstmal sagen, wie der Name des WLANs (SSID) lautet, das er aufbauen soll. Diesen Namen findet man an der Rückseite des Batterie-Packs vom TPCast-Set. Dort steht dann ebenfalls das Kennwort, das man für dieses WLAN definieren soll. Wozu ist das gut? Der PC-Transmitter, der für die Übertragung der Grafikdaten zuständig ist, kann keine weiteren Daten übertragen oder wurde zumindest nicht dafür gebaut. Also musste man eine Lösung finden, wie die USB-Daten zum VR-Headset gelangen. Über ein Kabel würde das ja keinen Sinn machen, da wir ja genau dieses mittels dem Funkadapter ersetzen wollen. Die Datenübertragung von USB über Funk geschieht deshalb über einen WLAN-Empfänger im Batterie-Pack des TPCast-Adapters. Steckt man den geladenen Akku in den Adapter ein, versucht genau dieser Adapter sich über die darauf vermerkte SSID und das Kennwort am WLAN anzumelden. Ist er erfolgreich, können anschliessend Daten vom PC zum Power-Pack und von diesem aus an das Headset gesendet oder empfangen werden. Wenn ich mit meinen Recherchen nicht ganz falsch liege, dann ist in diesem Power-Pack ein Rasperi Pi oder zumindest ein kompatibles Gerät verbaut.

So, nach dieser Ausführung wissen wir nun, wie die USB-Daten über Funk zum Headset gelangen. Nämlich über WLAN. Nun ist es aber auch so, dass wenn das PowerPack sich nicht am WLAN anmelden kann, keine Datenverbindung zu Stande kommt. Das wiederum führt dazu, dass man üblicherweise beim verbinden über TPCast Vive eine Meldung erhält, dass der so genannten PowerBox Connect fehlschlägt. Bei mir kam dann Error 802.

Die Lösung:

Hier kann ich weniger eine exakte Musterlösung als mehr ein paar Tipps zur Fehleruche auflisten. Das liegt daran, dass es mehrere Fehlerquellen gibt.

Ich fange mal mit der ersten Fehlerquelle an. Die Konfiguration des Routers kann falsch, korrupt oder verloren gegangen sein. Ein Witz? Leider nein. Bei der Heimversion von TPCast hat der Router üblicherweise die IP-Adresse 192.168.144.1. Gibt man am VR-Computer, der am Router an der LAN-Seite angeschlossen sein sollte, diese Adresse mittels http://192.168.1.144 in einem Webbrowser ein, dann gelangt man zur Administrationsseite des Routers. Einen Anmeldenamen gibt es da nicht, dafür ein Kennwort (8427531)

Hier lässt sich nun der Router konfigurieren. Diese Konfiguration kann aber auch mittels dem Programm TPCast Vive überschrieben werden. Gibt da jemand falsche Daten ein, kann das PowerPack den Router nicht mehr kontaktieren. Nicht vergessen, die richtigen Daten stehen auf der Rückseite des PowerPacks selbst. Im Internet gibt es haufenweise Anleitungen, wie der Router richtig konfiguriert wird. Im Zweifelsfall hilft ein Reset des Routers mittels Taste auf der Rückseite und einer Neueingabe der Werte.

Wie kann die Konfiguration korrupt werden? Ich habe bereits einen Artikel über die Probleme mit dem Router veröffentlicht und kann es nicht genau sagen. Es ist einfach schon vorgekommen, dass auf einmal der Router kein 5Ghz WLAN mehr hatte bzw. dieses deaktiviert war. Auch hier hilft es, den Router zurückzusetzen und von Grund auf neu zu konfigurieren.

Schliesslich habe ich es schon erlebt, dass überhaupt nichts mehr von meiner ursprünglichen Konfiguration mehr da war. Auch hier half es, den Router neu zu konfigurieren.

Wichtig: Wenn die Anlage bzw. der Router mal richtig läuft und alles wie gewünscht funktioniert, dann empfehle ich ein Backup des PCs und ebenfalls ein Backup der Konfiguration des Routers zu machen. Ein Windows-Backup kann man mit einer externen Festplatte und Windows-Bordmitteln machen und für das Router-Backup gibt es eine Option im Menu des Routers.

Hat man diese drei möglichen Fehlerquellen ausgeschlossen, kann es immer noch sein, dass das PowerPack sich nicht am WLAN anmeldet bzw. nicht erreichbar ist. Wie kann ich das prüfen? Ganz einfach. Sobald das PowerPack den Akku eingesetzt kriegt, versucht es, eine Verbindung mit dem WLAN herzustellen. Auf dem Router findet man zwei Menupunkte, unter denen der Erfolg dieser Aktion sogar geprüft werden kann. Unter DHCP muss ein Eintrag erscheinen, wenn ein Gerät Namens tpcast sich eine IP-Adresse vom Router geholt hat und den WLAN-Connections muss ebenfalls ein Gerät Namens tpcast sich registriert haben. Wenn da kein Gerät erscheint, dann braucht man den Verbindungs-Assistenten TPCast Vive gar nicht erst aufzurufen. Es wird keine Verbindung zu Stande kommen.

Problem: Im VR-Betrieb wird das Bild schwarz, HDCP-Fehler wird gemeldet im Steam VR

Das nun beschriebene Problem ist bei mir aufgetreten und stellt eine Folge der oben bereits aufgeführten Probleme dar. Die Ursache zu finden war nicht ganz einfach und kostetet viel Nerven. Vor einigen Tagen fing es damit an, dass ich immer wieder einen schwarzen Bildschirm erhielt und dann meistens die ganze VR-Anlage neu starten musste. Nicht immer, aber sehr oft erschien dann eine Meldung vom Steam VR, dass ein sogenannter HDCP-Error aufgetreten ist. Ich solle alle Kabelverbindungen überprüfen. HDCP-Errors deuten auf ein Problem mit der HDMI-Verbindung hin. Da ich einige Kabel zur Hand hatte, konnte ich die bestehenden HDMI-Verbindungen temporär ersetzen, aber der Fehler ging nicht weg. Manchmal konnte ich 10 Minuten im VR spielen, ein anderes Mal brach die Verbindung schon nach ein paar Sekunden ab. Neuerdings kam es dann auch öfters vor, dass ich mein Headset nicht mit der Anlage verbinden konnte. Oben genannter Fehler 802 trat immer mal wieder auf. Blöd war nur, dass der Fehler sporadisch auftrat und sich nicht reproduzieren liess. Bei meinen Recherchen im Internet stiess ich schliesslich ungewollt auf einen Artikel über OpenTPCast. OpenTPCast ist ein Projekt, mit dem es möglich ist, sozusagen das Betriebssystem des BatteriePacks (wie oben erwähnt wohl ein Rasperi Pi) zu ersetzen. Mit etwas Zuastz-Software und einer Lizenz die man für 25$ kaufen muss, kann man mittels diesem Upgrade TPCast optimieren. Z.B. funktioniert dann das interne Mikrofon wieder und das allein ist die Lizenz schon wert. Siehe unter https://github.com/OpenTPCast/Docs

Da ich mit meiner Fehlersuche nicht weiterkam beschloss ich, diese 25$ zu investieren und meinen Empfänger umzurüsten. Die Lizenzgebühren fallen allerdings nicht für OpenTPCast an, sondern für ein Zusatzprogramm namens Virtual Here. Das Programm wird für Virtualisierung von USB-Ports gebraucht.

Als ich das Umrüsten abgeschlossen habe, war das Ergebnis erstmal gut. Das BatteriePack liess sich mit dem WLAN verbinden und das Programm Virtual Here lieferte ein Fenster, in dem der Status meines Headsets bzw. dem USB-Anschluss erschien.

Die grosse Überraschung sollte aber erst noch kommen. Ich nahm das Headset in die Hand und wollte das PowerPack für einen Test anziehen, da verschwanden alle USB-Settings vom Bildschirm und Virtual Here meldete, dass ein Fehler am USB-Port aufgetreten sei. Oha… Ich rüttelte ein wenig am USB-Kabel des PowerPacks und siehe da, die Verbindung kam und ging immer mal wieder. Es kam noch besser. Ich startete Rec Room und testete eine halbe Minute und rüttelte dann am Kabel. Es wurde schwarz und der HDCP-Fehler von Steam trat wieder auf.

Lange Rede, kurzer Sinn. Das USB-Kabel am PowerPack war beim Übergang vom Kabel zum Stecker gebrochen und hatte einen Wackelkontakt. Genauer gesagt waren zwei Adern von 4 beschädigt. Das konnte ich dann relativ schnell und einfach mittels einem Messgerät feststellen.

Update folgt 🙂

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