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TPCast für HTC Vive

Lang hat’s gedauert – Endlich ist sie da – Die Wireless Extension für HTC Vive – TPCast

Das Set macht, wie schon das der HTC Vive, einen sehr noblen Eindruck. Allerdings muss ich zugeben, die Menge der Teile ist nicht jedermans Sache. Am Besten legt man die Teile auf einem Tisch aus und fängt mal an die Anleitung Schritt für Schritt durchzuarbeiten. Versuchen Sie es erst gar nicht mit dem beigelegten Zettel sondern gehen Sie gleich auf die Webseite http://www.tpcastvr.com. Gehen Sie für die Installation nicht auf die Webseite tpcast.cn. Auf dieser Seite beziehen sich einige Informationen auf die Vorab-Version der TPCast. Wer dort die Ansicht auf Englisch umschaltet und auf Software Download geht, der bekommt den PC Client mit der Version 1.1.2 angeboten (TPCAST Wireless Adaptor for VIVE). Diese Version funktioniert nicht mit der neusten Version der TPCast-Ausrüstung. Zumindest lief sie bei mir im Labor nicht. Ich habe die Version 1.1.4 am Laufen und die funktioniert einwandfrei.

Unter dem Reiter Support gibt es ein Video, welches gut beschreibt, wie man die bestehende Ausrüstung auf TPCast umrüstet. Wem das nicht genügt, der soll auf Youtube noch nach TPCast suchen und erhält einige zusätzliche Videos. Aber Achtung: Einige Videos sind veraltet oder beinhalten Fehler. Wer sich dann nicht auskennt, der sucht möglicherweiese stundenlang Fehler und bringt auch dann die Ausrüstung nicht zum Laufen. Hier ein paar Tipps zum Ablauf der Umrüstung und der Inbetriebnahme:

  • Legen Sie den Inhalt der Verpackung (TPCast) auf einem Tisch aus
  • Rüsten Sie zuerst die Brille um. Hierfür ist das Video auf der Webseite von TPCast sehr nützlich. Da es bereits mehrere Videos zum Thema gibt, erspare ich mir das hier
  • Ist die Brille umgerüstet, dann sind in der Front 4 Kabel eingesteckt, der Sender/Empfänger (HMD Transmitter) am Kopfband ist montiert und das Anschlusskabel hängt nun frei (3 Anschlüsse)
  • Bauen Sie den Akku und den dazugehörigen Adapter gemäss Video zusammen und schliessen Sie die Kabelenden der Brille daran an. Der Akku sollte vor der ersten Verwendung 12 Stunden geladen werden, so dass alle 4 LED der Ladeanzeige blau leuchten
  • Der Akku inkl. Adapter gehört in die mitgelieferte Schutztasche und die Tasche an den Gurt. stellen Sie den Gurt zuerst mal ohne Akku ein. Der Gurt sollte eingermassen straff sitzen. Vorsicht. Der Akku bzw. dessen Beutel und der Gurt sind nicht fest miteinander verbunden. Bein An- und Ausziehen sollte daher darauf geachtet werden, dass der Beutel nicht vom Gurt rutscht. Das passiert recht schnell
  • Installieren Sie als nächstes den PC Transmitter. Das ist die schwarze Box mit der Nummer 2 in der Anleitung. Hierzu ein paar zusätzliche Infos:

Der PC-Transmitter sollte so montiert werden, dass er den Raum überblickt. Ich selbst habe meinen Transmitter etwa 30cm über einem der beiden Laser-Empfänger der HTC-Vive an das Stativ montiert. Die Stative haben sich besser bewährt als das Aufstellen der Laser-Empfänger auf einem Schrank oder die Montage an der Wand. Der PC Transmitter von TPCast wird jedoch leider ohne Wandhalterung geliefert. In meinen Augen ist das wenig professionell, da die Laser-Empfänger der Vive jeweils solche Adapter haben. So gestaltet sich die Befestigung umständlich, da sich auf der Rückseite des PC Transmiiters nur ein Innengewinde 1/4″ für Amateur-Kameras befindet. Wer sofort die Anlage einrichten möchte, aber keinen Adapter für dieses Gewinde zur Hand hat, der kann das Teil auch provisorisch mit einem Klettband oder so befestigen. Universelle Halterungen kann man sich dann auch später noch dazukaufen. Diese bekommt man in verschiedenen Online-Shops. Einfach mal nach “Kamera Stativ Zubehör” suchen. Auf keinen Fall sollte man versuchen eine Schraube mit metrischem Gewinde in den Aufnehmer zu versenken. Das Innengewinde nimmt dadurch Schaden und wird unbrauchbar.

Befestigen Sie den PC Transmitter noch nicht definitiv. Wir müssen noch ein Pairing mit dem HMD Transmitter durchführen. Dafür müssen die Geräte beieinander liegen. Das wird schwierig, wenn eines der Geräte an der Wand hängt…

Hat man eine feste Position für den PC Transmitter gefunden, dann wird das Kabel, das bisher von der Vive-Box zur Brille ging, nun an den PC Transmitter angeschlossen. Wichtig: Hier bleibt das USB-Kabel bzw. der Stecker übrig. Es wird also nur das Stromkabel und das HDMI-Kabel angeschlossen. Leider hat dies auch zwei Nachteile, die ich weiter unten noch dokumentiere.

Fahren wir weiter mit der Liste:

  • Der PC Transmitter ist nun provisorisch an seiner Position. Achten Sie darauf, dass die Anschlusskabel zugentlastet sind
  • Bis hierhin sollte eigentlich der Zusammenbau problemlos geklappt haben
  • Nun kommt der mitgelieferte WLAN-Router zum Einsatz. Diesen habe ich bei mir direkt auf den Computer gelegt und die Antennen hochgestellt (Senkrecht). Nun wird der mitgelieferte Strom-Adapter mit dem Router verbunden und schliesslich mit dem Stromnetz verbunden. Der Router verfügt an der Rückseite über zwei Sorten Anschlüsse. Gelbe (Internes Netzwerk, LAN) und einen violetten Anschluss (Internet, WAN). Die folgende Schaltung ist nun nicht jedermanns Sache:

Der Router wird zwischen den Internet-Anschluss und den PC geschaltet. Das mitgelieferte Ethernet-Kabel (Grau, beidseitig RJ-45-Netzwerkstecker) wird am Netzwerkadapter des Computers angeschlossen und mit einem der gelben Ports vom Router verbunden. Achtung: In einem Video auf Youtube wird das falsch dargestellt. Der Computer muss zwingend an einen LAN-Port und keinesfalls an den WAN-Port des Routers. Am WAN-Port wird schliesslich der vorhandene Internet-Anschluss eingesteckt. Am Internet-Anschluss sollte auch ein DHCP-Server verfügbar sein. So funktioniert auch der zwingend notwendige Internet-Zugang weiterhin. Achtung: Auch wenn es verlockend ist – Ändern Sie keinesfalls die Konfiguration des Routers.

Weiter geht es mit der Liste:

  • Laden Sie auf der Webseite von TPCast die Software TPCAST wireless connection assistant herunter
  • Installieren Sie diese Software auf dem Computer und lassen das Setup durchlaufen. Wenn alles richtig läuft, dann werden 4 Punkte geprüft und anschlhiessend das System für gut befunden. Wenn Sie das geschafft haben, sind Sie am Ziel. Wichtig: Es gibt (fast) dasselbe Tool auf anderen Seiten zum Download. Nehmen Sie aber auf jeden Fall die Original-Software von TPCast. Beachten Sie auch, dass dieses Programm IMMER zuerst gestartet werden muss. Erst wenn dieses Programm gestartet ist, geht auch Steam. Läuft das Programm nicht, wird angezeigt, dass kein VR-Headset gefunden wurde
  • Nun kommt der letzte Punkt. Der HMD Transmitter muss mit dem PC Transmitter gepaart werden. Auch hierfür gibt es in der Anleitung einen entsprechenden Punkt. Geräte einschalten und nebeneinander legen. Die LED’s beider Geräte sollten langsam blinken. Nun bei beiden Geräten den jeweiligen Pairing-Knopf drücken und gedrückt halten. Dies so lange, bis beim jeweiligen Gerät die LED ablöscht. Knopf loslassen und warten. Die LED’s blinken zuerst langsam und nach etwa 10 Sekunden sollten sie schnell blinken. Das Pairing ist nun abgeschlossen

Nun können wir mit dem kabellosen VR loslegen:

  • PC starten
  • Laser-Empfänger, Brille (Akku) und Controller müssen eingeschaltet sein
  • PC Transmitter muss mit Strom versorgt werden
  • Software für TPCast muss gestartet sein
  • Steam starten
  • VR-Anwendung starten

Sofern Siealles richtig gemacht haben, sollte in der VR-Brille nun das gewohnte Bild von Steam oder der gewählten Applikation erscheinen.

Probleme

Wäre natürlich schön, wenn alles gleich klappt. Zwei Probleme sind aber schon zum Vornhinein fest eingebaut:

1.     Die eingebaute Kamera der HTC Vive geht nicht und wird vorläufig auch nicht funktionieren. Warum? Erinnern Sie Sich noch an den freien USB-Anschluss beim PC Transmitter? Genau darum. Die Kamera läuft nicht über Wireless und vorläufig gibt es hierfür keine Lösung

2.     Das eingebaute Mikrofon der HTC Vive geht ebenfalls nicht. Die Ursache ist dieselbe wie die der Kamera – Wurde leider nicht implementiert…

Mindestens für Problem 2 gibt es eine Lösung. Die kostet zwar erneut etwas Geld, ist aber tragbar. Ich habe auf dem Internet nach einem einfachen Bluetooth-Mikrofon und einem Empfänger gesucht. Gefunden habe ich ein kleines Gerät von Griffin:

Zusammen mit einem handelsüblichen Bluetooth-USB-Adapter lässt sich das Teil auf einfache Weise als Funk-Mikrofon verwenden. Hierfür muss mann aber in den Vive-Einstellungen die Mikrofon-Quelle auf dieses Gerät umstellen. Die Kamera ist für mich wiederum nicht sonderlich wichtig und deshalb warte ich da mal, ob es bei Gelegenheit ein Update von TPCast gibt. Es wird auf diversen Seiten geschrieben, dass sich das Problem irgendwann mittels Firmware-Update beheben lassen soll, aber ob und wann dieses erscheint steht in den Sternen

Erstes Fazit zu TPCast

Wer VR ohne Kabel will, der kommt mit TPCast voll auf seine Kosten. Die Latenzzeit ist kaum merkbar und die Qualität des VR-Bildes leidet nur wenig. Mir persönlich scheint es, dass die Frequenz des Bilaufbaus etwas geringer ist. Hin und wieder bleibt auch das Bild für ganz kurze Zeit stehen oder wird grau. Anfangs führt das zu einer gewissen Desorientierung. Alles in allem überzeugt das Teil aber recht gut. Der Preis ist wiederum sehr hoch, was viele von der Anschaffung abhalten wird.Ich kann mir aber gut vorstellen, dass eine eventuelle Nachfolger-Version auch einen integrierten WLAN-Router hat und auch die Kamera und das Mikrofon funktionieren sollten

This Post Has 2 Comments

  1. Hallo.
    Gibt es bekannte Probleme mit der Verbindung vom Connection Assistant zum Router über einen Switch? Ich habe einen Asus GT-AC5300 dazwischen. Erst wurde der Router noch mit eigener IP angezeigt (aber nicht vom Assistenten gefunden), jetzt aktuell gar nicht mehr.

    1. Guten Tag Tobias
      Ehrlich gesagt, habe ich nicht ganz verstanden, wie Deine Schaltung aussieht. Daher beschreibe ich einfach mal, wie es bei meiner Ausrüstung läuft. Mein VR-Computer hat nur eine Netzwerkkarte und diese ist OnBoard. Diese Karte ist mit dem TPCast-Router verbunden (LAN-Seite, einer der gelben Anschlüsse). Der blaue Port des Routers (WAN-Seite) ist mit meinem Betriebs-Netzwerk verbunden (Ein Switch für alle LAN-Geräte und ein Internet-Router mit Firewall). Das heisst zwischen VR-Computer und Router gibt es ein eigenes Subnetz. Mehr braucht es da nicht. Der PC muss lediglich über das WLAN des Routers mit der TPCast-Ausrüstung kommunizieren können und über den WAN-Port des Routers auf das Internet zugreifen. Von der IP-Adressierung her habe ich auch nichts geändert. Der VR-Computer erhält seine IP vom TPCast-Router. Das WAN-Interface des TP-Cast-Routers wird wiederum vom DHCP-Server aus meinem Betriebs-Netzwerk versorgt. Da brauche ich also auch nichts einzustellen.
      Für Verwirrung sorgt bei mir bezüglich Deiner Schaltung, der Sinn und die Art der Implementation des ASUS GT-AC5300. Wie ist der ganz genau geschaltet und welche IP-Adresse ist wo? Falls Du mir einen Plan durchgeben kannst, kann ich mir das kurz anschauen. Schreib einfach auf die Info-Adresse meiner Internet-Domain.
      Gruss Markus

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