Variabler Maschinen-Tisch mit 3D-Teilen (Teil 2)

Der erste Beitrag zum Thema Maschinentisch ist schon einige Zeit her. Im Grunde ist der Tisch schon seit Monaten in Betrieb, aber der Artikel dazu hat auf sich warten lassen. Hier ein Update bzw. Teil 2

Der Tisch hat bereits während der Bauzeit ein paar Änderungen und Erweiterungen erfahren. Im Grunde waren die Ideen recht gut, aber die Umsetzung lässt zu wünschen übrig. Da es mein erster Maschinentisch ist, fehlte bisher auch die dafür notwendige Erfahrung und somit war halt vieles neu oder auch nicht ganz bis zum Ende durchgedacht.

Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass der Tisch irgendwie unbrauchbar wäre oder so – Im Gegenteil, er ist eine grosse Hilfe – aber unterdessen würde ich halt einfach vieles überdenken.

Vergleicht man den Tisch mit der Version vom ersten Beitrag, so sieht man sofort, dass hier die Grundplatte gekürzt und stattdessen zwei Ausklappbare Zusatzplatten auf jeder Seite hinzugefügt wurden. Das ist grundsätzlich eine gute Idee, aber das Handling ist nicht ideal. Dazu kommt, dass die Platten mittels zwei Klavierbändern auf jeder Seite aufgeklappt werden können und diese Bänder sind weder stabil noch ist die Gesamtfläche dadurch genau und eben. Dafür hat man aber einen wirklich riesigen Arbeitstisch, wenn alle Seiten hochgeklappt sind. Das ist ein Plus.

Es war mir von Anfang an klar, dass ich an diesem Tisch auch Dinge wie Schraubzwingen befestigen können möchte. Diese Anforderung ist nur bedingt erfüllt und daher gibt es hier ein Minus. Auch die Idee, an den Seiten Löcher und dahinterliegende Einschraubmuttern anzubringen gibt nur einen halben Punkt. Die Sache ist zu ungenau und hat keine richtige Norm für spätere Anbauten

Auf dem Bild sieht man das “angedachte System” der Platten für die Verlängerung auf den Seiten. Die Auszugs- bzw. Stützstangen sind nichts anders als ehemalige Deckenplatten-Stützen die ich noch rumliegen hatte und die halten ausgezeichnet.

Die eingelassenen Führungsschienen auf der Oberseite sind zwar sehr genau und man kann die Säge daran durchaus ausrichten, aber heute würde ich andere Schienen verwenden. Falls ich Zeit finde, werde ich meine “Kehlmaschine” Marke Eigenbau noch vorstellen. Dort kommen die besseren Schienen zum Einsatz. Es ist gut möglich, dass ich die Schienen des Maschinentischs bei Gelegenheit ersetze.

Weiter geht es mit der Hub-Vorrichtung für die PTS 10 Kreissäge. Ich sag’s grad ehrlich heraus, die wurde noch nie gebraucht. Die PTS hat den Tisch noch nie verlassen… Zwar habe ich bereits ein paar Einschub-Platten für andere Geräte vorbereitet, aber die wurden noch nie gebraucht. Der Hubtisch würde daher zwar funktionieren, aber ist zumindest bisher nutzlos.

Ebenfalls muss ich anmerken, dass ich den Hubtisch heute mittels genauerer Spindeln, Schrittmotoren und ein paar Extras aufbauen würde. So wie er jetzt aufgebaut ist funktioniert er zwar, aber einmal mehr lässt die Genauigkeit und vor allem die Geschwindigkeit zu wünschen übrig

Die Idee mit dem Spanner vorn und hinten ist ebenfalls okay, aber das Handling dürfte auch hier besser sein.

Nach all der Kritik könnte man natürlich nun wirklich meinen, der Tisch habe an sich nur den Wert eines Schrotthaufens, aber dem ist nicht so. Für meine Hobby-Zwecke reicht er wirklich sehr gut und auch wenn ich vieles ändern würde, so ist er dennoch zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden. Z.B. habe ich einen sehr stabilen Anschlag, welcher bis fast ans Tischende geschoben werden kann, konstruiert und der funktioniert tiptop. Ebenfalls gibt es einen Schiebeschlitten für die Kreissäge und auch den möchte ich nicht missen.

Der Anschlag auf dem Bild wird natürlich quer zum Tisch montiert und kann dann an der Seite des Tisches entlang verschoben und fixiert werden. Er liegt hier nur zum Zeigen oben drauf, da ich nur für das Foto diesen nicht montieren wollte.

Hier noch ein Bild vom Schiebeschlitten für die PTS 10. Wie man so einen Schlitten baut, gehe ich hier nicht näher drauf ein, da es hierzu sehr viele Anleitungen bei YouTube und Pinterest zu finden gibt

Seite dem Bau dieses Schiebeschlittens fräse ich damit die meisten Kleinteile. Das geht unglaublich schnell und einfach. Das ist nun wirklich ein Werkzeug, auf das ich keinesfalls mehr verzichten möchte. Ich habe meinen Schlitten noch um einen ausziehbaren Seitenanschlag erweitert und damit bin ich rundum zufrieden.

An dieser Stelle wird nun deutlich, weshalb der Maschinentisch trotz seiner baulichen Schwächen durchaus sehr praktisch ist 🙂

Nun noch zu zwei Dingen, die mit dem Tisch eigentlich nur am Rande bzw. nichts zu tun haben, aber dennoch ein paar Vorteile bieten:

Erstens: Der Not-Aus-Knopf am Tisch

Ich versuche bei jeder Maschine oder jedem Gerät, das ich konstruiere, eine Notfall-Abschaltung einzurichten. Im Fall des Maschinentischs kann die Stromzufuhr zur Fräse mittels einem Schlag auf den Schalter sofort unterbrochen werden. Ich kann den Einsatz solcher Schalter und Einrichtungen nur wärmstens empfehlen. Leider sind diese Schalter bei uns in der Schweiz irrsinnig teuer und das dürfte auch ein Grund sein, weshalb der eine oder andere diesen dann halt einfach weglässt. Der hier montierte Schalter kostet rund 45 CHF (Material und Transport). Unterdessen bestelle ich solche Schalter auch mal im Ausland und zahle für ein geleichwertiges Produkt viel weniger. Man soll zwar nicht bei der Sicherheit sparen, aber wenn Sicherheit nicht bezahlbar ist, dann kauft sie auch niemand…

Im Übrigen ist es so, dass ich auch Maschinen gebaut habe, welche gleich mehrere solcher Einrichtungen aufweisen. Darauf kann ich dann noch näher eingehen, wenn ich mal meine Tischfräse bzw. Kehlmaschine vorstelle.

Es ist aber im 2021 noch eine ganz andere Einrichtung dazugekommen. Auch zu dieser Einrichtung gedenke ich dann noch einen Beitrag zu schreiben. Es handelt sich dabei um die Zentral-Absaugung

An Stelle jedes Mal den Staubsauger an die Fräse anzuschliessen oder sogar ohne Absaugung zu arbeiten, habe ich nun eine Zentral-Absaugung gebaut. Die Anlage läuft über 50mm PVC-Rohre (von Hornbach), Ventile derselben Grösse (von Aliexpress) und einem Zentralen Sauger mit Zyklonabscheider. Die Anlage verfügt über eine Fernbedienung und mittels der Ventile kann dort abgesaugt werden, wo es gerade nötig ist.

Fazit zum Maschinentisch: Trotz grosser Schwächen ist die Grundidee eines solchen Tischs durchaus gut. Ich würde ihn wieder bauen, aber halt einfach auch vieles anders machen. Man darf also durchaus gespannt sein auf ein Update oder einen kompletten Umbau

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